Fahrrad für den Winter einmotten

7. Dezember 2008

Fahrrad einmotten

Fahrrad einmotten

Göttingen (ddp). Im Winter wandern viele Fahrräder in den Keller. Doch das bekommt ihnen nicht immer gut. Und dann verbringt man den ersten schönen Frühlingssonntag nicht mit einer Radtour, sondern damit, seinen schlappen Drahtesel wieder fahrbereit zu machen. Dabei lässt es sich ganz einfach verhindern, dass das Fahrrad im Winter Rost ansetzt oder anderweitig fahruntüchtig wird. «Wer sein Rad jetzt gut vorbereitet, braucht im Frühjahr nur etwas Luft nachzupumpen und kann sich unbeschwert in den Sattel schwingen», sagt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad in Göttingen.

Steht das Rad den ganzen Winter über auf schlappen Pneus, nehmen diese Schaden. Carsten Zahn vom Reifenhersteller Schwalbe rät, die Reifen bis zum höchsten zulässigen Reifendruck aufzupumpen. «Der steht auf der Reifenflanke, meist in Bar, selten in p.s.i., wobei etwa 14,5 p.s.i. einem Bar entsprechen», erläutert der Fachmann. Rissige oder abgefahrene Reifen sollten bei den Wintervorbereitungen gleich ausgetauscht werde. Das sei zugleich eine gute Gelegenheit, pannensichere Reifen zu montieren.

Die Kette wird geölt, damit sie nicht rostet – und zwar nicht mit Nähmaschinenöl, sondern mit etwas dickflüssigerem Kettenöl. Das gibt es bei Fahrradhändler. «Öl auf die Innenlaschen und Röllchen auftragen, mit ein paar Kurbelumdrehungen auf der Kette verteilen, das überflüssige Öl mit einem flusenfreien Lappen abwischen», erläutert Uwe Dohse vom Ölanbieter TipTop. Ist die Kette schmutzig, sollte man sie vorher mit einem Entfetter säubern.

Als Nächstes stehen Schaltung und Bremsen auf der Checkliste. Hakeln die Gänge oder schwächelt die Bremse, sollte ein Fachmann die Mechanik durchsehen. Und zwar besser jetzt, denn da hat er mehr Zeit als im Frühjahr, wenn alle gleichzeitig ihre Räder startklar machen lassen wollen und manche Fahrradwerkstatt wochenlange Wartezeiten hat. Manche Läden bieten sogar einen besonders günstigen Wintercheck an. Vielfahrer sollten auch prüfen, ob die Bremsen schon die Felgenflanken dünn geschmirgelt haben. Neuere Felgenmodelle haben dazu einen Verschleißindikator, bei älteren Modellen fragt man den Fachmann.

Rost und Korrosion können auch Alu-Teile schädigen. Daher werden zum Schutz alle blanken Metallflächen dünn mit Pflegeöl eingerieben oder eingesprüht. Aber Achtung: Kein Öl auf Felgen, Bremsgummis, Scheibenbremsen oder Bremsbeläge. Denn das reduziert die Bremswirkung. Manche Scheibenbremsbeläge quellen davon sogar auf und müssen ersetzt werden.

«Perfekt eingemottet ist das Rad, wenn auch Sattelstütze und Lenkervorbauschaft gefettet sind», rät Rolf Häcker vom Lenkerhersteller Humpert. Hintergrund: Je nach Materialkombination können Stützen oder Schäfte ungefettet über den Winter festrosten.

(ddp)


Erfolgsmodell mit geschärftem Marken-Gesicht und Sport-Version – Der Mitsubishi Colt

7. Dezember 2008
Mitsubishi Colt

Mitsubishi Colt

Barcelona (ddp). «Jet-Fighter»-Design nennt der japanische Autobauer Mitsubishi die neue Frontgestaltung seiner Modelle. Der Name mag neu sein, geblieben sind die alten Tugenden.

Auch der Colt der inzwischen siebten Generation ist ein grundsolides Auto – mit bekannten Mitsubishi-Qualitäten wie Sicherheit, Haltbarkeit, Zuverlässigkeit, viel Raum und Fahrkomfort für den Alltag.

Mit seinem trapezförmigen Lüftungsgrill, Haifischaugen-Scheinwerfern und sieben Zentimetern mehr Länge als beim Vorgänger wirkt er zugleich erwachsener. Ein Frontdesign wie beim kompakten Lancer Sportback soll mehr Markenidentität schaffen, ist aber ebenso wie das vor allem beim Colt-Fünftürer etwas gedrückt wirkende Steilheck Geschmackssache. Die Basisversion mit einem 1,1-Liter-Benziner steht zum Kampfpreis ab 9990 Euro in den Schaufenstern.

Mit Fahrer- und Beifahrer-Airbag, Seiten-Airbags vorn, Funk-Zentralverriegelung, ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, Bremsassistent, Servolenkung und Wegfahrsperre ist er schon recht gut ausgestattet. Investiert ein Käufer weitere 600 Euro in das optionale Sicherheitspaket mit Stabilitäts- und Traktionskontrolle, Kopf- und Seitenairbags vorn und hinten, hat der Dreitürer fast alles an Bord, was man von einem 3,88 Meter (Fünftürer: 3,94 Meter) kurzen Wagen so erwarten kann. Für nochmals 2000 Euro gibt es noch eine Klimaanlage mit automatischer Temperaturregelung und kühlbarem Handschuhfach, elektrische Außenspiegel und vier Radiolautsprecher hinzu.

Damit sehen Mitsubishis Marketing-Experten ihr aktuelles Volumenmodell Colt gut gerüstet, um gegen Konkurrenten wie einen Toyota Yaris oder Suzuki Swift anzutreten. Ein Manko ist allerdings, dass kein Dieselantrieb angeboten wird. Bei 13 Prozent Diesel-Anteil der Marke in Europa hätte sich ein Motorenumbau auf Euro Fünf nicht gerechnet, begründet der neue Geschäftsführer von Mitsubishi Motors Deutschland, Martin van Vugt, den Verzicht. Stattdessen will die Marke neu entwickelte verbrauchs- und emissionsärmere Clear-Tec-Triebwerke liefern. Die angekündigten 1,1- und 1,3-Liter-Motoren mit Start-Stopp-Automatik und 115 sowie 119 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß kommen aber erst im nächstem Frühjahr und nur dann, wenn eine deutsche C02-Steuer entsprechende Nachfrage generiert.

Der bewährte 1,1-Liter-Dreizylinder mit 75 PS verbraucht laut Datenblatt 5,5 Liter Benzin im Drittelmix, was 130 Gramm C02-Ausstoß je Kilometer entspricht. Bei ersten Fahreindrücken zeigte er sich mit einer Beschleunigung von 13,2 Sekunden von Null auf Tempo 100 nicht gerade als Ausbund an Spritzigkeit, doch für 130-Stundenkilometer-Reisetempo reicht es allemal. Vor allem an Steigungen und beim Überholen ist fleißiges Bedienen des Fünf-Gang-Getriebes angesagt. Als Spitzengeschwindigkeit werden 165 km/h angegeben.

Viel spritziger und sportlicher präsentierte sich der Turbo-Ralliart. Allerdings ist er mit 18 990 Euro als Dreitürer erheblich teurer. Wie bei allen Colt-Versionen kosten zwei Türen mehr 1000 Euro Aufpreis. Beim Sportmodell sind das Sicherheitspaket, Klimaanlage, Radio/CD/MP3-System, Tempoautomatik, Sportsitze, Heck-Dachspoiler in Wagenfarbe, Nebelscheinwerfer, Regen- und Licht-Sensor ab Werk inklusive. Ab 3000 Touren geht der 150-PS-Turbo kräftig zur Sache, teilt dies ab Tempo 140 aber auch deutlich hörbar mit.

Die Schaltung arbeitet bei allen Motor-Versionen – für den 1,3-Liter-Colt gibt es zudem eine Sechs-Gang-Automatik – exakt. Die Lenkung ist direkt, wirkt im Sportmodell wohl als Folge von 16-Zoll-Breitreifen beim Anfahren etwas schwerfälliger. Bei zügiger Fahrt traten vor allem beim Basis-, aber auch dem Sportmodell, mehrfach Fahrt- oder Windgeräusche im vorderen Türbereich auf. Leichte Quietschlaute ließen sich nach etwas Ursachenforschung durch besseres Einstellen der Lüftungsauslässe am Armaturenbrett beseitigen.

Solch kleinere Mängel sollten einem erfolgreichen Start des neuen Colt nicht im Wege stehen. Noch 2000 Stück will Mitsubishi bis Jahresende absetzen. Vor allem der kleine Dreitürer wird als Volumenmodell erwartet. Der Vorgänger fand seit 2004 hierzulande rund 77 000 Käufer und war damit der bisher erfolgreichste Colt.

(ddp)


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